PfiLa 2014: Ä Haarigi Sach

Tag 1

Der Kirchturm schlägt gerade viertel vor zehn, als bereits die ersten Eltern auf den Bahnhofplatz in Signau fahren. Die Kinder steigen aus, sodass um 10:00 Uhr unser Abenteuer, das PfiLa 2014, beginnen kann. Die Zeit des Abschieds ist aber noch nicht ganz gekommen, denn die Eltern müssen die Kinder noch ein Stück weit in Richtung Lagerplatz mitnehmen, bevor sie sich das letzte Mal gut riechend in die Arme schliessen können. Die Eltern fahren ab, und für uns geht es zu Fuss weiter. Nach etwa 15 Minuten Marsch erreichen wir unser Ziel: Den wunderschönen Lagerplatz im Wildsgut. An der einen Seite gibt es den Waldrand, an der anderen ein grosses Feld zum Schuttä – für jedermann gibt es also eine Freizeitbeschäftigung. Bevor wir aber unsere Zelte beziehen, essen wir zu Mittag.

Fahren_zum_Lagerplatz
Spiel_Kraft

Nach dem Essen und nachdem wir uns ein wenig mit der Umgebung vertraut gemacht haben, geht es bereits vollgas in den ersten Programmteil über: das Kraftspiel. Es geht darum, so viel Kraft wie nur möglich zu beweisen, und dies in den verschiedensten Disziplinen. In Zweiergruppen wird am Seil gezogen, Stafette gerannt, Hammer geworfen, Dart gespielt... Dies ist nur eine kleine Auswahl davon.

 

Wir haben alle diese Strapazen überstanden, und nun sind wir alle im wahrsten Sinne des Wortes entkräftet. Um uns zu stärken, hat die Küche etwas für uns bereit: Leckere Spaghetti! So still wie beim Essen ist es selten. Entweder ist es danach allen so schlecht, dass sie nicht mehr sprechen könnenn, oder es ist so gut, dass es allen die Sprache verschlägt - wobei hier wohl nicht geklärt werden muss, welches von beiden der Fall ist.

Lagerfeuer

Nach spannenden Schutt-Matches und/oder gemütlichem Chillen am Feuer geht es dann schon weiter mit dem nächsten, diesmal aber etwas ruhigeren Programmteil. Ums Feuer wird gesungen, bevor es dann einen Input gibt. Reby erzählt uns den ersten Teil der Geschichte Simsons. Ihre Denkanstösse regen zu Fragen an, sodass eine richtig gute Diskussion entsteht.

 

Als es dann endlich beginnt, richtig Nacht zu werden, beginnt auch das Nachtspiel. Dieses ist relativ grob, aber ein voller Erfolg: Gute und böse Leiter helfen den Kindern beim Sammeln von Bindfäden (Haaren), oder hindern sie eben daran. Man weiss nicht genau, wer jetzt gut ist und wer böse.
Kann ich dem vertrauen?
–Ja, letztes Mal konnte ich!
–Nein, der war schon immer gegen uns!

 

So richtig ausgepowert gibt es dann noch ein Bettmümpfeli, und schon geht es ab in die Heia.

Tag 2

Die Leiter schlafen alle noch, als die Kinder bereits angezogen um die Zelte herumtoben. Schnell wird etwas entdeckt: Über Nacht wurde zwischen den Zelten Zahnseide gespannt. Doch wer könnte diesen Anschlag auf unser Camp verübt haben? Keiner weiss es. Nach dem Morgefit gibt es ein reichhaltiges Zmorge, dazu eine heftige Diskussion, wer wohl in der Nacht um unsere Zelte geschlichen sein könnte.

„D Chuchi! D Chuchi isches gsii!“ – „Gloubsch ja säuber nid, wosch nume der Verdacht vo dir ablänke!“

 

Aber die Diskussion verstummt, als den Kindern die Workshopeinteilung präsentiert wird. Beim Fackeln Bauen, Marzipan Kneten (oder besser: Schnouse), Haare Frisieren… Alle kommen auf ihre Kosten. Es entstehen tolle Frisuren, leckere Marzipan-Kunstwerke (mjam!) und hoffentlich lang brennende Fackeln.

Nach einem feinen Zmittag haben wir die Gelegenheit, das gestern Gehörte in den Zeltgruppen noch einmal zu diskutieren. Auch hier entstehen wieder tolle Gespräche.

 

Baden_an_der_Emme

Keiner widerspricht, als die Leiter den Kindern offenbaren, dass der Nachmittag an der Emme verbracht wird. Ist auch irgendwie nachvollziehbar, bei 35°C im Schatten. So kommt es, dass man nach einem OL-Spiel die gesamte Jungschar an der Emme planschend vorfindet – inklusive Leiter. Die Abkühlung tut gut, einerseits wegen der Hitze, nicht zuletzt aber auch diente sie dazu, die Haut von dem klebrigen Schweiss zu befreien, der sich in den letzten heissen Stunden so ansammelte.

 

Müde, aber gut gelaunt brauchen wir wieder einmal unsere Lagerchuchi: Nach OL und Schwimmen haben wir Hunger. Während dem Znacht entfacht aus unerfindlichen Gründen wieder die Diskussion über die nächtliche Zahnseidenaktion. Noch immer wird kein Schuldiger gefunden.

 

Die actionreichsten Momente sind die fägigsten, die Ruhigen aber die schönsten: Gemeinsam geniessen wir den Klang der Gitarren und unserer Stimmen, das Knistern des Lagerfeuers legt einen schönen Rhythmus darunter.

 

Heute Abend erzählt uns Felix den Zweiten Teil der spannenden Geschichte. Auch heute werden wieder viele Fragen gestellt, es wird diskutiert und analysiert.

 

Schlussabend

Da dies bereits der letzte Abend ist, findet auch der Schlussabend statt. Dessert verzieren, Ballone in alte Kleider stopfen, Geschmacks-Memory, Rüebli-Spili… Es macht Spass, die Stimmung ist gut.

 

Auch gut ist der Vorschlag von einigen Leitern, den Rest des Leiterteams im Wald zu überfallen. So wird ein Teil der Leiter durch einen Vorwand in den Wald geschickt, um dann aus dem Hinterhalt von den Kindern angegriffen zu werden. Die Überfallenen drehen aber den Spiess um und schleichen die halbe Nacht lang durch den Wald, um die verbleibenden Leiter wiederum zu überfallen. Dies alles geschieht jedoch erst, als die Kinder längst schlafen…

Tag 3

Heute ist etwas früher Tagwache, und die Leiter sind auch bereits (mehr oder weniger) wach, als die Kinder aus den Zelten zu kriechen beginnen. Es geht nun ums Packen: Noch vor dem Zmorge wird fast alles gepackt und die Zelte ausgeräumt. Danach gibt es ein Spiel, bei dem es darum geht, dass ein paar wenige Christen fünf geheime Gottesdienste abhalten müssen, um zu gewinnen, jedoch von der Polizei daran gehindert werden. Die Sieger sind klar; die Christen hatten keine Chance.

Aufräumen

Was nach dem Zmittag (bei dem übrigens wieder diskutiert wird über die Zahnseide) noch passiert, lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Abräumen. Es geht darum, so effizient und gründlich wie auch nur möglich den ganzen Lagerplatz zu räumen. Einige wenige Arbeiten bleiben aber noch übrig, als wir um 14:45 das Wildsgut verlassen, um den ersten Schritt der Heimreise zu tätigen. Um halb vier sind alle Eltern wieder da, können nach langen und erlebnisreichen drei Tagen ihre nun nicht mehr so gut riechenden Töchter und Söhne in die Arme schliessen.

 

Für die Leiter bleibt aber noch einiges zu tun: Zurück auf dem Lagerplatz wird alles fertig eingepackt und verladen. Die Zufriedenheit steht uns tatsächlich ins Gesicht geschrieben, als wir die ersten Tropfen spüren, sobald das letzte Gepäckstück verladen ist. Müde, aber glücklich, verlassen dann auch wir etwa zwei Stunden nach den Kindern unseren gemütlichen Lagerplatz.

 

Ah, und bevor ich es vergesse: Das mit der Zahnseide, das war wirklich die Küche!

 

Zu allen Bildern gelangst du übrigens hier: PfiLa-Bilder

~|~

 

sno

Kommentar schreiben

Kommentare: 0